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Gewinner unter Dax-Konzernen Thyssenkrupp feiert Auftragsrekord

Gerade erst hat die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems ein neues U-Boot an die ägyptische Marine übergeben.

Gerade erst hat die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems ein neues U-Boot an die ägyptische Marine übergeben.

(Foto: dpa)

Thyssenkrupp steht besser da als erwartet. Im dritten Quartal verdoppelt sich der Wert der Aufträge beinahe. Auch operativ legt der Konzern auch dank eines starken Stahlgeschäfts zu. Das macht sich an der Börse bemerkbar.

Thyssenkrupp hat in seinem dritten Geschäftsquartal vor allem dank eines starken Stahlgeschäfts deutlich zugelegt und die Investoren positiv überrascht. Optimistisch für die kommenden Quartale stimmt auch der Auftragseingang: In den neun Monaten erzielte der Stahl- und Technologiekonzern den höchsten Ordereingang seit Beginn der Amtszeit von Heinrich Hiesinger, der seit knapp sieben Jahren Vorstandsvorsitzender ist.

An der Börse legt die Aktie des Dax-Konzerns deutlich zu. "Operativ läuft alles einen Tick besser als erwartet", sagte ein Händler. Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Stahlgeschäft, das Thyssenkrupp eigentlich mit der Sparte des Konkurrenten Tata zusammenlegen will. Die Gespräche dauern an.

Investoren, die zu dem Thema Neuigkeiten erwartet hatten, wurden allerdings enttäuscht. "Es gibt keinen neuen Sachstand", sagte Thyssenkrupp-Finanzvorstand Guido Kerkhoff. Nach wie vor müsse Tata eine Lösung für die Pensionslasten in Großbritannien finden. Neben Tata führe das Unternehmen aber auch mit anderen Parteien Gespräche hinsichtlich der Konsolidierung des europäischen Stahlgeschäfts. Namen wollte der Manager nicht nennen.

Höhere Stahlpreise schieben Thyssen an

Im abgelaufenen Quartal lief es im Stahlbereich allerdings ziemlich gut. Dank höherer Preise leistete der Bereich erstmals mit 232 Millionen Euro wieder einen bedeutenden Beitrag, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur 91 Millionen Euro bereinigtes Ebit waren. Der Umsatz stieg auf 2,34 Milliarden Euro.

Am Aktienmarkt wurde die Entwicklung beklatscht: Das europäische Stahlgeschäft weise eine klare Margenverbesserung auf - es stehe viel besser da als erwartet, heißt es von der DZ Bank. Negativ sei dagegen die Entwicklung beim Sorgenkind Industrial Solutions. Das bereinigte Ebit blieb mit 6 Millionen Euro weit hinter dem Vorjahreswert von 43 Millionen Euro zurück.

Auftragsbuch gut gefüllt

Allerdings zeigte sich beim Auftragseingang eine Trendwende: Die Auftragseingänge legten im dritten Quartal per Ende Juni auf über 1 Milliarde Euro von 541 Millionen zu. "Die Talsohle ist (hier) offenbar durchschritten", sagte Kerkhoff. Allerdings dürften Marineaufträge, die weiter abgearbeitet würden, die Marge künftig noch belasten.

Insgesamt steigerte der Konzern den Umsatz im Quartal um 14 Prozent auf 10,73 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) kletterte dank einer steigenden Marge überproportional auf 620 Millionen Euro, ein Plus von 41 Prozent. Analysten hatten sowohl beim Erlös als auch beim Ebit weniger erwartet.

Optimistisch dürften auch die starken Ordereingänge stimmen, die im Quartal um 14 Prozent kletterten. "In den ersten neun Monaten haben wir neue Aufträge für mehr als 32 Milliarden Euro erhalten. Das ist der beste Wert seit Beginn der strategischen Weiterentwicklung, sagte Hiesinger.

Die Jahresprognose bestätigte Thyssen. Das Unternehmen rechnet weiter mit einem bereinigten Ebit von 1,8 Milliarden Euro. Diese Prognose hatte der Dax-Konzern im Mai von 1,7 Milliarden Euro angehoben, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten, also ohne das inzwischen verkaufte Stahlwerk in Brasilien, wird bei 1,7 Milliarden Euro gesehen. Unter dem Strich rechnet Thyssenkrupp wegen der Belastung aus dem Verkauf des Werks mit einem deutlichen Minus. Beim Verkauf war eine Wertberichtigung von 900 Millionen Euro notwendig geworden.

Quelle: n-tv.de , hul/DJ

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