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Finanzplatz Paris als Profiteur? Briten-Banken bald ohne vollen EU-Zugang

Finanzplatz Paris im Politik-Fokus.

Finanzplatz Paris im Politik-Fokus.

(Foto: picture alliance / dpa)

In London schlägt das europäische Finanzherz - noch. Für Premierministerin May ist eine starke Verbindung der heimischen Finanzbranche mit der EU nicht mehr unumstößlich. Der Finanzplatz Paris könnte profitieren. Frankreichs Politik ist bereit.

Die britische Regierung hat offenbar ihr Vorhaben aufgegeben, der heimischen Finanzbranche auch nach dem Brexit vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu verschaffen. Premierministerin Theresa May strebe in diesem Bereich stattdessen eine losere Verbindung zu den verbleibenden 27 EU-Staaten an, berichtete die "Financial Times".

May will am Donnerstag ihre Vorstellungen über die künftigen Beziehungen zur EU vorlegen. Kern der Vorschläge ist eine Freihandelszone für Waren, die Kritiker in der eigenen Partei jedoch verhindern wollen.

Banken der Londoner City haben die Hoffnung aufgegeben, nach der Brexit-Übergangsphase vollen Zugang zum EU-Markt zu bekommen. Reuters hatte bereits im Juni berichtet, dass die EU-Staaten ihre Regeln für Finanzdienstleister aus Ländern außerhalb der Union für Großbritannien allein nicht ändern wollen. Demnach würde jede Änderung auch für andere Staaten gelten.

Macron will Finanzplatz Paris stärken

Die französische Regierung verspricht indes der heimischen Bankenbranche, den Finanzplatz Paris attraktiver zu machen. Ministerpräsident Edouard Philippe kündigte an, die Regulierung in diesem Wirtschaftszweig auf EU-Mindestvorgaben herunterzufahren und neue Steueranreize zu setzen.

Die meisten Änderungen würden bis zum Jahresende vollzogen, ergänzte er bei einem Empfang für 200 Finanzmanager.

Paris bemüht sich insbesondere um Banker, die im Zuge des Brexit aus London abgezogen werden. Dabei konkurriert die französische Hauptstadt mit Frankfurt, Dublin und Luxemburg. Nach Angaben der Lobbyorganisation Paris Europlace dürften 3500 Finanzjobs im Zusammenhang mit dem für Ende März 2019 geplanten EU-Austritt Großbritanniens nach Paris kommen.

Quelle: n-tv.de , bad/dpa/rts

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