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Lira-Verfall, höhere US-Zölle Türkei erlebt schwarzen Freitag

Lira im freien Fall Anleger bereiten sich auf türkische Staatspleite vor

Der Kursverfall der türkischen Lira beschleunigt sich. Während die Regierung am Bosporus nun mit einem Wirtschaftsplan gegensteuern will, rechnen Anleger angeblich mit einer möglichen Staatspleite. Und auch die EZB richtet einen sorgenvollen Blick Richtung Ankara.

Es ist ein weiterer Katastrophentag für die türkische Lira. Der Finanzminister stellt Maßnahmen vor, um die angeschlagene Wirtschaft zu retten und Märkte zu beruhigen. Und dann erhöht US-Präsident Trump auch noch die Strafzölle.

Nach einer neuen Eskalation zwischen der Türkei und den USA hat sich der Verfall der türkischen Landeswährung Lira rasant beschleunigt. Im Vergleich zum US-Dollar verlor die Lira massiv an Wert - für einen Dollar wurden 6,87 Lira fällig. Ein von Finanzminister Berat Albayrak vorgestelltes Maßnahmenpaket für die angeschlagene türkische Wirtschaft hatte Investoren nicht überzeugt und die Verunsicherung beschleunigt.

Noch während Albayraks Rede kündigte US-Präsident Donald Trump zudem einen schärferen Kurs. Trump teilte auf Twitter mit: "Ich habe gerade eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt." Die Zölle der USA auf Aluminium würden nun auf 20 Prozent und die für Stahl auf 50 Prozent angehoben. Trump verwies ausdrücklich darauf, dass die Lira "schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!" Er fügte hinzu: "Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut!"

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die Affäre hatte zum Absturz der Lira stark beigetragen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte den Westen für den Verfall der Lira verantwortlich und rief die Bevölkerung auf, Dollar und Euro in die Landeswährung umzutauschen. Er sprach erneut von einem "Wirtschaftskrieg" und erhob den Westen zum Feindbild. "Die, die Dollar, Euros, Gold unter dem Kissen haben - geht und wechselt es in türkische Lira in unseren Banken", sagte Erdogan im nordtürkischen Bayburt. Solidarität werde die wichtigste Reaktion auf den Westen sein. Die Krise sei "künstlich".

Finanzminister Berat Albayrak stellt ein Maßnahmenpaket gegen die Krise vor.

Finanzminister Berat Albayrak stellt ein Maßnahmenpaket gegen die Krise vor.

(Foto: imago/Depo Photos)

Unruhe an den Finanzmärkten

Albayrak - er ist Erdogans Schwiegersohn - betonte, die Regierung in Ankara unterstütze voll eine "unabhängige Geldpolitik". Sie wolle das Vertrauen in die Lira verbessern und werde die Inflation effektiv bekämpfen. Außerdem werde das Budget gestrafft. Wie genau die Regierung das anstellen will, ging aus der vage gehaltenen Rede aber nicht hervor.

Gegenüber dem Euro hat die Lira seit Januar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Am Morgen war sie auf einen neuen Tiefststand gestürzt. Im Handel mit dem US-Dollar kam es zeitweise zum Einbruch um 13,5 Prozent. Im Handel mit dem Euro wurden erstmals mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt.

Der beschleunigte Kursverfall löste Unruhe an den Finanzmärkten aus. Befürchtet wird, dass sich viele türkische Kreditnehmer nicht ausreichend gegen den Kursverfall der heimischen Lira abgesichert haben könnten. Somit könnten Zahlungsprobleme bei den auf Euro oder Dollar laufenden Krediten drohen.

Quelle: n-tv.de , wne/dpa

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