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Konzern dämpft Erwartungen Anleger kehren K+S den Rücken

K+S kann an die freundlichen Prognosen der Konkurrenz nicht anknüpfen.

K+S kann an die freundlichen Prognosen der Konkurrenz nicht anknüpfen.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Die Konkurrenz legt vor - und Anleger rechnen auch bei K+S mit einem ordentlichen Ergebnisanstieg. Doch den liefern die Hessen nach eigenem Bekunden nicht. Es häufen sich die Probleme. So fehlen unter anderem Mitarbeiter.

Der verhaltene Ausblick von K+S hat Anleger des Salz- und Düngemittelherstellers verschreckt. Die Aktien brachen um rund zehn Prozent ein und waren mit Abstand größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Das Kasseler Unternehmen hatte am Vorabend seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert.

Für 2018 erwartet K+S nun einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 660 bis 740 Millionen Euro und damit wie bisher einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 577 Millionen Euro. Zugleich warnte der Konzern jedoch, dass damit die aktuellen Markterwartungen von Analysten verfehlt würden. Diese gehen laut Vara Research im Schnitt von einem Betriebsergebnis von 797 Millionen aus. Ein Sprecher von K+S wollte sich zu den Gründen für das schlechter als erwartete Ergebnis in diesem Jahr nicht äußern und verwies auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen kommenden Dienstag.

Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen seinen Betriebsergebnis um rund drei Prozent auf gut 105 Millionen Euro - ebenfalls deutlich weniger als Analysten erwartet hatten. K+S-Vorstandsmitglied Mark Roberts hatte bereits im Juni gewarnt, dass Probleme in der neuen Kali-Mine in Kanada das Ergebnis im zweiten Quartal belasten werden. Das könnte einer der Gründe für den verhaltenen Ausblick sein, sagte ein Händler.

Analyst schließt rote Zahlen im Quartal nicht aus

Analyst Markus Mayer von der Baaderbank geht sogar davon aus, dass K+S im zweiten Quartal unter dem Strich rote Zahlen geschrieben haben dürfte. Neben den Problemen in Kanada hat dem Konzern nach seiner Einschätzung auch eine niedrigere Produktion im Werk Werra zu Schaffen gemacht. In seinem größten deutschen Werk litt K+S zuletzt unter einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Personal und Maschinen. In dem Werk war es 2016 zu langen Produktionsunterbrechungen gekommen, da die Nordhessen über Monate auf eine neue Genehmigung zur Versenkung salzhaltiger Abwässer der Kaliproduktion warten mussten.

Im Gegensatz zu K+S hatte sich der größere Rivale Nutrien, der aus dem Zusammenschluss der nordamerikanischen Düngemittelhersteller Potash und Agrium hervorging, zuletzt deutlich optimistischer geäußert. Da er gleichzeitig auch Preiserhöhungen habe durchsetzen können, seien die Gewinnaussichten der Branche nun deutlich besser, hatten Analysten Anfang August geurteilt. Der kanadische Konkurrent Potash hatte 2015 versucht, K+S für 41 Euro je Aktie zu übernehmen, war aber am Widerstand des Unternehmens gescheitert. Und auch das US-Unternehmen Mosaic hatte den Markt vor wenigen Tagen mit unerwartet guten Zahlen und einer Anhebung der Prognose überrascht.

Quelle: n-tv.de , jwu/rts/DJ

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