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55.000 Passagiere betroffen Streik bei Ryanair dauert an

Wartende Passagiere am Berliner Flughafen Schönefeld.

Wartende Passagiere am Berliner Flughafen Schönefeld.

(Foto: REUTERS)

Im europäischen Flugverkehr blicken Reisende auf leere Abfertigungsschalter bei Ryanair: Piloten der irischen Billig-Airline lassen seit den frühen Morgenstunden die Arbeit ruhen. Der Schwerpunkt der Streikaktion liegt in Deutschland. Hunderte Flüge fallen aus.

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Wie ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) bestätigte, lief der Arbeitskampf in der Nacht wie geplant um 3.01 Uhr an. Die Piloten wollen ihre Arbeit für 24 Stunden niederlegen.

Der Streik der in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten endet wie angekündigt am Samstag um 2.59 Uhr. Eine Verlängerung sei nicht geplant, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Janis Schmitt. "Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.

Europaweit fielen zahlreiche Ryanair-Verbindungen aus. Die Streikmaßnahmen treffen alle deutschen Ryanair-Stützpunkte und aufgrund parallel laufender Streiks bei Ryanair in mehreren Nachbarländern auch eine ganze Reihe europäischer Verbindungen. "Trotz der bedauerlichen und ungerechtfertigten Streikmaßnahmen, die in fünf unserer 37 Märkte angesetzt sind, werden an diesem Freitag im Tagesverlauf mehr als 2000 Ryanair-Flüge wie geplant stattfinden", betonte Ryanair in einer Mitteilung.

Die Fluggesellschaft musste wegen der angekündigten Aktionen in Deutschland, Belgien, Schweden, Irland und den Niederlanden jeden sechsten ihrer 2400 für Freitag geplanten Europaflüge absagen. Der Schwerpunkt des Pilotenstreiks liegt in Deutschland, wo 250 Flüge gestrichen wurden. Der übrige Flugverkehr anderer Airlines bleibt vom Pilotenstreik bei Ryanair vollkommen unberührt.

Im Flugplan von Ryanair fielen europaweit insgesamt 400 Verbindungen aus. Davon waren rund 55.000 Passagiere betroffen. Allein in Deutschland waren es gut 42.000. Ryanair bot Kunden kostenlose Umbuchungen oder die Erstattung der Ticket-Kosten an. Weitere Entschädigungen lehnte die Fluggesellschaft ab.

Die Ryanair-Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Dem irischen Unternehmen wird immer wieder vorgeworfen, sein Personal deutlich schlechter zu bezahlen als andere Billigfluggesellschaften. Ryanair weist das zurück. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa

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