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Rekord-Investition Toyota steckt Milliarde in Uber-Rivalen

Die App ist Grab zufolge weltweit auf mehr als 100 Millionen mobilen Geräten installiert.

Die App ist Grab zufolge weltweit auf mehr als 100 Millionen mobilen Geräten installiert.

(Foto: REUTERS)

So viel Geld hat noch kein Automobilhersteller in einen Mitfahrdienst gepumpt: Toyota steigt mit einer Milliarde Dollar beim Fahrdienst-Vermittler Grab ein. Für die Japaner ist das eine Wette auf die Zukunft.

Der japanische Automobilkonzern Toyota investiert eine Milliarde Dollar in den südostasiatischen Uber-Konkurrenten Grab. Es ist die höchste Summe, die jemals von einem Fahrzeughersteller in einen Mitfahrdienst gesteckt wurde. Toyota-Chef Akio Toyoda sieht für sein Unternehmen zunehmende Konkurrenz durch Car-Sharing und selbstfahrende Autos und will deshalb in neue Geschäftsfelder einsteigen.

Grab hatte erst im März das Südostasien-Geschäft von Uber übernommen. Der Zukauf machte die jüngste Finanzierungsrunde für das sechs Jahre alte Unternehmen nötig, die Toyota nun zum Einstieg nutzte. An Grab sind unter anderem der Wettbewerber Didi und der Technologie-Investor Softbank beteiligt. Auch Toyota hatte in der Vergangenheit bereits investiert. Nach Informationen des Technologieblogs "TechCrunch" zufolge wird Grab nun mit zehn Milliarden Dollar bewertet. Zum Vergleich: Uber kommt inzwischen auf 62 Milliarden Dollar.

Grab ist derzeit vor allem damit beschäftigt, das laufende Geschäft von Uber in der Region Südostasien zu übernehmen. Der weltweit bekannteste Fahrdienst-Vermittler hatte nach fortlaufenden Verlusten beschlossen, die dortigen Aktivitäten an den lokalen Rivalen abzugeben. Ähnlich ging Uber auch in China und Russland vor.

Millionen Fahrten - pro Tag

Grab zufolge wird ein Toyota-Vertreter künftig im Verwaltungsrat sitzen und ein Manager eine verantwortliche operative Funktion übernehmen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Mitfahrdiensten oder Startups für autonomes Fahren und traditionellen Autobauern ist inzwischen gang und gäbe. Erst kürzlich beteiligte sich Softbank mit mehr als zwei Milliarden Dollar an der auf das autonome Fahren spezialisierten GM-Sparte Cruise.

Uber wie auch Grab vermitteln in erster Linie Fahrgäste an Privattaxis - ein Geschäftsmodell, das in vielen Ländern nicht erlaubt ist. Die Grab-App läuft dem Unternehmen zufolge weltweit auf mehr als 100 Millionen mobilen Geräten und täglich werden über sie mehr als sechs Millionen Fahrten gebucht. Grab konkurriert vor allem mit dem indonesischen Anbieter Go-Jek, der in den nächsten Monaten nach Vietnam, Thailand, Singapur und in die Philippinen expandieren will.

Quelle: n-tv.de , jga/rts/dpa/DJ

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