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Kampf gegen Lira-Verfall Türkei sucht Mittel gegen die Krise

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hinter seinem Schwiegervater Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hinter seinem Schwiegervater Präsident Recep Tayyip Erdogan.

(Foto: AP)

Mit einem Maßnahmenpaket will der türkische Finanzminister Albayrak kommende Woche der horrenden Inflation von fast 25 Prozent den Kampf ansagen. Ein Vorschlag trifft bei Schwiegervater Erdogan jedoch bereits vorab auf taube Ohren.

Der türkische Finanzminister Berat Albayrak hat ein Programm zur Bekämpfung der hohen Inflation in seinem Land angekündigt. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den Minister, der gleichzeitig auch der Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan ist.

Mitte vergangener Woche sind neue amtliche Zahlen bekanntgeworden, nach denen die Preissteigerungsrate im September mit fast 25 Prozent den höchsten Stand sei 15 Jahren erreicht hat. Kommende Woche soll deshalb ein Regierungsprogramm vorgelegt werden. Albayrak hatte jüngst großmundig versprochen, die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei werde es bei der Budget-Disziplin keinerlei Kompromisse geben.

Erdogan verbietet internationale Hilfe

Leicht hat es Albayrak dabei nicht. Einer Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey zum Beispiel, wie sie der Finanzminister laut Medienberichten vorgeschlagen haben soll, erteilte Erdogan bereits eine deutliche Absage. "Du wirst von ihnen keine intellektuelle Beratung erhalten. Das ist nicht nötig. Wir helfen uns selbst", ließ der Präsident am Samstag bei einer Sitzung seiner Regierungspartei AKP nahe Ankara wissen.

"Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen", sagte Erdogan weiter. Die Oppositionspartei CHP hatte das Vorhaben zuvor ebenfalls kritisiert. 

Die Türkei steckt seit Monaten in einer Währungskrise. Seit Jahresbeginn hat die türkische Lira mehr als 40 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Als Hauptauslöser gilt neben der hohen Inflation das hohe Leistungsbilanzdefizit. Im Kampf gegen die hohe Teuerung und die Lira-Schwäche hob die türkische Notenbank Mitte September gegen den Willen Erdogans den Leitzins stark an. Wegen der politischen Unsicherheiten reichen die Maßnahmen der Währungshüter allein aber nicht mehr aus, um die Krise zu bewältigen.

Albayrak hat als Ziel ausgerufen, die Inflation bis 2021 schrittweise auf 6 Prozent senken zu wollen. Konkrete Maßnahmen, wie das erreicht werden soll, hat er bislang aber nicht genannt.

Quelle: n-tv.de , ddi/rts

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