Markus C. Zschaber

Welt-Index Comeback der politischen Risiken

Welt-Index im Mai Italien und US-Strafzölle belasten weltweite Konjunktur

Europa hat wieder einen Brandherd: Italien. Die neue Regierung in Rom sucht die Konfrontation mit Brüssel - die Eurozone steht vor einer neuen Belastungsprobe. Doch das ist längst nicht die Einzige Sorge für den Welthandel. Details nennt der Welt-Index von Vermögensverwalter Markus Zschaber.

Unterm Strich läuft die Weltwirtschaft ordentlich. Allerdings sorgen die konjunkturellen Entwicklungen in der Eurozone für Dynamikverluste in der Weltwirtschaft - trotz der positiven gesamtwirtschaftlichen Beiträge aus den USA und aus China.

Die politischen Einflussfaktoren überschatten in diesen Tagen wieder einmal alles. Neben den regierungspolitischen Entwicklungen in Italien und Spanien rutscht der wieder aufflammende Handelsstreit zwischen den USA und China bzw. den USA und der EU in den Fokus der Märkte und des internationalen Handelsgeschehens. Vor allem die letzten Wochen hatten es in sich. Die italienische Politik hatte es tatsächlich geschafft, die weltweiten Finanzmärkte zu dominieren. Teilweise nahmen die Zinsentwicklungen in Südeuropa dramatische Entwicklungen an. Italienische Staatsanleihen stürzten kurstechnisch ab, während die Refinanzierungszinsen im gleichen Atemzug anstiegen. Es herrschte eine regelrechte Flucht in sichere Anlageklassen wie Bundesanleihen, den Schweizer Franken und den US-Dollar. Vieles erinnerte an die Eurokrise 2010 bis 2012. "An den Terminmärkten für US-Geldmarktzinsen wurde sogar fast ein ganzer Leitzinsschritt mit Blick auf die kommenden zwölf Monate ausgepreist, so stark waren die Fluchtbewegungen in den sicheren Hafen namens US-Dollar", resümiert Markus C. Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, welche monatliche den "Welt-Index" veröffentlicht, die Dramaturgie an den Märkten.

Gleichermaßen kamen die Aktienkurse europäischer Banken massiv unter Druck. Hintergrund ist, dass in den europäischen Bankbilanzen horrende Summen an Staatsanleihen aus Italien, Spanien, Portugal und anderen europäischen Nationen schlummern. Sollten hier potenzielle Abschreibungen drohen, wären die Folgewirkungen für das europäische Finanzsystem nicht zu stemmen. "In den letzten Tagen hat sich der systemische Stress in den internationalen Finanzmärkten wieder beruhigt. Nicht Wenige hatten ja bereits eine erneute Staatenkrise in Europa ausgerufen. Ein solch dramatisches Szenario halte ich kurzfristig für eher unwahrscheinlich. Dennoch traue ich der aktuellen Beruhigung noch nicht über den Weg. Ich erwarte, dass sich die italienischen Risikoprämien um die zwei Prozent gegenüber deutschen Bundesanleihen einpendeln werden und damit die allgemeine Unsicherheit widerspiegeln. Fakt ist, die politischen Risiken sind unverändert hoch und können eine Phase radikaler Veränderungen mit sich bringen" warnt Zschaber.

Dr. Markus C. Zschaber

Dr. Markus C. Zschaber

Der Kölner Vermögensverwalter ist sich sicher, dass sich in den kommenden Wochen zeigen wird, ob sich die Märkte vielleicht zu früh in Sicherheit wiegen bzw. sich in einer Phase trügerischer Ruhe befinden. "Die neue Regierung in Italien hat vor den Sommerferien nur noch wenig Zeit um wirklich etwas zu verändern. Aus diesem Grund erwarte ich einen gewissen politischen Aktionismus, der wiederum die Finanzmärkte in Atem halten wird. Auch deshalb dürften wir am Anfang eines eher unruhigen Juni stehen. Höhere Volatilität, sprich höhere Marktschwankungen sind kurzfristig zu erwarten. Mit Blick auf das Jahresendergebnis 2018 sehe ich aber gerade in den Zeiten höherer Marktschwankungen wiederum eindeutig Kaufgelegenheiten", so Zschaber weiter.

Europäische Konflikte sind somit nach seiner Auffassung förmlich vorprogrammiert, was u.a. an zwei Personalien der neuen italienischen Regierung liegt. Zum einen der neue Arbeits- und Wirtschaftsminister Luigi Di Maio, der aus dem linkspopulistischen Regierungsanteil abstammt. Zum anderen der Euro-Skeptiker Paolo Savona, der für europäische Angelegenheiten verantwortlich ist. Beide haben Ideen, Europa zu verändern - nach ihren teils absurden Vorstellungen. "Gerade das Thema höhere Staatsausgaben und mehr Steuersenkungen bei einer Staatsschuldenquote in Höhe von über 130 Prozent wird in Europa keine wirkliche Akzeptanz finden. Mehrkosten von gut sechs Prozent des heimischen Wirtschaftswachstums müssten mittels neuer Schulden finanziert werden, sollten alle Pläne der neuen italienischen Regierung umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass die Vorschläge aus Europa an Italien völlig gegenteilig zu verstehen sind. Italien soll die Lohnkosten reduzieren und die Preise deflationieren, um die interne Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, auch wenn das einen vorübergehenden Wirtschaftsabschwung bedeuten würde. Der griechische Weg soll als Vorbild dienen. Dazu werden die neue Regierung und auch die italienische Bevölkerung aber nicht bereit sein, da bin ich mir ganz sicher", beschreibt Zschaber die aktuelle Ausgangslage. Politische Risiken bleiben somit auf der Tagesordnung. Neben Italien droht auch aus Spanien Ungemach. Die politischen Entwicklungen sieht der Experte aber nicht ansatzweise so kritisch wie in Italien.

Zwar zeugen die jüngsten Entwicklungen (Misstrauensvotum und eine zersplitternde Regierungspartei) nicht gerade von Stabilität, die man sich im gegenwärtigen Umfeld wünscht, allerdings sieht der jetzt gestaltete Weg durchaus positiver aus als viele annehmen.

Fakt ist, dass die Absetzung des alten Regierungschefs Rajoy keine Neuwahlen hervorgerufen hat, sondern sein Nachfolger Pedro Sanchez ein Programm konstruiert hat, welches die zersplitternde Parteienlandschaft wieder zusammenrücken ließ. "Wichtig ist, dass jetzt die politischen Machtspiele aufhören und endlich Reformen auf den Weg gebracht werden, welche die gut laufende Wirtschaft weiter unterstützen. Die gesamtwirtschaftlichen Daten aus Spanien sind vielversprechend, die Politik sollte diese Entwicklung nach all den schwierigen Jahren nicht verspielen. Die Kapitalströme verlangen politische Stabilität. Wenn diese nicht vollständig gegeben ist, kommen keine nachhaltigen Investitionen zu Stande, die absolut notwendig sind, um das spanische Wachstum auf die nächste qualitative Ebene zu führen", konstatiert Zschaber.

Auch die Handelszölle stehen wieder ganz oben auf dem Tableau der politischen Risiken. Trotz der eigentlichen Einigung zwischen den USA und China in Sachen Handelsbeziehung lässt Donald Trump quasi täglich neue Textnachrichten verlautbaren, die nichts mit einer Einigung zu tun haben. Die Antworten aus China stellen wiederum klar, dass China zu einem Abbruch aller Gespräche bereit ist, sollte die Trump-Administration weitere Zölle gegen chinesische Waren erheben. Fakt ist, dass US-Ankündigungen derzeit nur eine geringe Halbwertszeit haben, insofern ist derzeit zu empfehlen, den Teufel noch nicht an die Wand zu malen. Allerdings könnte man derzeit innerhalb der Anlegeportfolios derzeit binnenmarktfokussierte US-Unternehmen eindeutig vor US- amerikanischen Großunternehmen bzw. US-Unternehmen mit hohem Exportmodell, präferieren.

Warum die Märkte nicht mit erhöhter Unsicherheit auf die vielen teils radikalen Trump-Tweets zum Handelskonflikt mit dem Rest der Welt reagieren, beantwortet Zschaber folgendermaßen: "Die internationalen Anleger gehen schlicht und einfach davon aus, dass Trump den Handelskonflikt nicht zu einem echten Handelskrieg eskalieren lassen wird, trotz seiner wiederholten Äußerungen, dass die USA einen potenziellen Handelskrieg nur gewinnen könnten. Aber Trump werde keinen Abverkauf an den Aktienmärkten riskieren. Das Risiko, dann die republikanischen Mehrheiten bei den US-Zwischenwahlen zu verlieren, ist ihm viel zu hoch. Das wissen die Märkte und antizipieren seine Verhaltensweisen".

Unterm Strich sieht der Vermögensverwalter für die kommenden Wochen die erhöhte politische Unsicherheit im Fokus der Märkte stehen und rät Anlegern, ein gut diversifiziertes Portfolio aufzubauen, welches sich in einem solchen Umfeld durch eine relative Stabilität auszeichnet. Gleichzeitig integriert der Vermögensverwalter ein Absicherungsinstrument, um eine mögliche überschießende Volatilität aufgrund politischer Risiken an den Märkten abzufedern.

Der V.M.Z.-Kommentar zum aktuellen Stand

Das Weltbild, welches der "Welt-Index" als globales Konjunkturbarometer zeichnet, verdunkelte sich in den vergangen Wochen wieder etwas. Erneut lassen die politischen Risiken keinen wirklichen Raum zur gesamtwirtschaftlichen Expansion der Weltwirtschaft zu, vielmehr erhöhen sich die allgemeinen Marktschwankungen bzw. die makroökonomische Volatilität. Politische Risiken und politische Instabilität haben direkte Auswirkungen auf die Nachfragekurve in einem fragilen Wachstumsgebilde. Das weiß man nicht zuletzt seit der Eurokrise aus den Jahren 2010 bis 2012. Die ökonomischen Multiplikatoren, die bei den Offenheitsgraden unserer westlichen Volkswirtschaften durch Handel sehr positive Erträge entlang unserer Wertschöpfungsketten ermöglicht haben, werden bei handelspolitischer Umkehrung ebenfalls eine sehr negative Wirkung entfalten. Umso mehr irritieren die politischen Entwicklungen, welche derzeit wahrgenommen werden. Wirtschaftsnationalismus sowie Protektionismus befinden sich auf dem Vormarsch, obwohl alle Teilnehmer wissen, dass sich dadurch die weltweiten Wohlstandsgewinne der Vergangenheit reduzieren werden.

Auch in den letzten vier Wochen hat Europa und allen voran die Eurozone aus konjunktureller Bewertungsweise keine wirklich positiven Beiträge verzeichnen können. Nach wie vor verlangsamt sich die wirtschaftliche Dynamik, verharrt aber auf komfortablem Niveau. Gemessen am Geldmengenwachstum reduzierte sich die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen in Italien, Spanien und Portugal, also in den politischen Problemländern.

Anders sieht es in Deutschland und Frankreich aus, hier konnte die Kreditvergabe an Unternehmen jüngst zulegen. Insgesamt zeigt der Kreditimpuls nach oben und ebnet Spielraum für eine weitere Belebung der Wirtschaft in Zentraleuropa. "Ich hoffe, dass wir keine erneute Kreditklemme in Südeuropa bekommen werden, welche wiederum Deflationsrisiken hervorrufen würde. Die EZB sollte hier ihr Mandat zur finanziellen Stabilität sehr ernst nehmen. Wir können uns keine neue Systemkrise in der Eurozone leisten", so Zschaber weiter.

Nicht nur die Kreditvergabe in Deutschland hat sich verbessert, auch andere Konjunkturdaten konnten zulegen. Die Arbeitslosenzahl beispielsweise ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Mit 2,3 Millionen wurde der bisherige Tiefstwert aus dem November 2017 unterschritten. Davon und von höheren Löhnen profitiert insbesondere der Einzelhandel, so dass festzuhalten bleibt, dass auch dieses Jahr der Konsum eine wesentliche Stütze des Wachstums bleiben wird.

Sehr vergleichbar zu Deutschland sieht der Arbeitsmarkt in Japan aus. Auch hier sank die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordniveau und auch die Erwerbstätigenquote befindet sich auf dem höchsten Stand seit den 70ern und die Löhne legten deutlich zu. Der Binnenmarkt läuft, und Stimmungsindikatoren weisen auf eine robuste Industrieproduktion hin. Insofern sollten die im ersten Quartal aufgetretenen negativen Wachstumsentwicklungen eher eine Ausnahme bilden und keinen neuen Trend. Die japanischen Unternehmen horten im Schnitt knapp 30 Prozent ihrer Marktkapitalisierung in liquiden Mitteln. Die Firmen nutzen die hohe Liquidität insbesondere für Dividenden und Aktienrückkäufe in Rekordhöhe. Beide wurden 2018 bisher um 15 beziehungsweise 75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. "Genau diese unternehmensspezifische Vorgehensweise und die eigentlich gute konjunkturelle Verfassung, ebenso wie die gute konjunkturelle Verfassung der wichtigsten Absatzmärkte Japans in Asien, sprechen weiterhin für einen Ausbau des Engagements in japanische Unternehmen", so der Experte weiter.

In Sachen Handelsstreit zwischen den USA und der EU wird die Erhebung von Importzöllen auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte umgesetzt werden. Unter den europäischen Stahlunternehmen dürften jene am stärksten profitieren, die ihre US-Nachfrage weitgehend aus ihrer US-Produktion decken. Auch Spezialstahlanbieter können davon ausgehen, dass ihre Kunden höhere Preise hinnehmen werden. Weitere politische Maßnahmen bleiben jedoch zu berücksichtigen. "Hier stellt sich die Frage, welche weiteren Eskalationsstufen erreicht werden, um die wirklichen realen Kosten des Handelsstreits nachhaltig zu quantifizieren. Noch wirken auf die deutschen Exportunternehmen keine relevanten Umsatzverluste, was sich aber bei zusätzlichen Zöllen auf europäische Automobile schnell ändern kann", führt der Geldmanager aus.

Auch die jüngsten Ergebnisse im Rahmen der "Weltindex-Analyse" zu China bestätigen erneut, dass die dortige Konjunktur weiter auf Hochtouren läuft. Die Industriegewinne stiegen zuletzt wieder um 15 Prozent, ebenso konnte die Industrieproduktion zulegen. Auch die Investitionen aus dem Ausland stiegen höher als erwartet, so dass die allgemeine Wirtschaftsaktivität als robust einzustufen ist. Auch die Exporte mit einem Gesamtwert von über 200 Mrd. US-Dollar in den letzten vier Wochen verdeutlichen, trotz aller politischen Handelskonflikte, die solide Nachfrage nach chinesischen Waren und Dienstleistungen. Insgesamt verifizieren die Auswertungen der "V.M.Z. Vermögensverwaltung" zum "Welt-Index" wieder eine positive Zyklik mit zunehmender Dynamik.

Ein ähnliches Bild kann auch für die USA erkannt werden. Dies zeigte sich zuletzt auch bei den Unternehmensgewinnen. Die Berichtssaison in den USA verlief außergewöhnlich gut. Gut sieben von zehn der US-Unternehmen haben die, nach Einführung der US-Steuerreform hoch gesteckten Erwartungen der Analysten, sogar noch übertroffen. Die Gewinne lagen im Schnitt fünfundzwanzig Prozent höher.

Unterm Strich läuft die Weltwirtschaft also ordentlich. Allerdings sorgen die konjunkturellen Entwicklungen in der Eurozone für Dynamikverluste in der Weltwirtschaft im gegenwärtigen Zyklus, trotz der positiven gesamtwirtschaftlichen Beiträge aus den USA und primär aus China. Die Zuwachsrate, gemessen am Welt-Index, lag bei 66 Prozent (69 Prozent im Vormonat) und damit unterhalb des Vormonats. Die politischen Risiken waren hier sicherlich die Hauptursache und nahmen ihren Einfluss auf die vielen Frühindikatoren rund um den Globus. Gerade die politischen Risiken, ausgehend aus Italien hinsichtlich der Stabilität der Eurozone und die weiter voranschreitende Handelsproblematik zwischen den USA und dem Rest der Welt, standen hierbei im Fokus.

Sollten die weiteren Entwicklungen keine neuen Eskalationsstufen erklimmen, sieht die V.M.Z. Vermögensverwaltung durchaus noch Chancen, dass nach dem eher unter den Erwartungen gebliebenen ersten Halbjahr das zweite Halbjahr positiv überraschen könnte. "Nach wie vor gehen wir davon aus, dass die Vernunft die Oberhand behält und durch Verhandlungen eine spürbare Eskalation der Konflikte vermieden werden kann. Unter dieser Prämisse dürfte sich die Expansion des globalen Handels mit Waren und Dienstleistungen, wenn auch in etwas abgeschwächter Form, weiter fortsetzen", so Zschaber weiter.

Die Erwartungen an die Weltkonjunktur und an die Unternehmen seitens der professionellen Marktteilnehmer, konnten in den vergangenen vier Wochen erneut übertroffen werden. Zu groß waren scheinbar die negativen Anpassungen durch die politischen Risiken hinsichtlich der realen Entwicklung. Somit erhöhte sich jüngst die Quote der Erwartungen, die übertroffen wurden, von zuletzt 60 Prozent auf jetzt 63 Prozent. Hintergrund waren die einerseits zu negativen Anpassungen der Erwartungen an die Konjunktur in der Eurozone durch die politischen Risiken seitens Italiens und des Handelsstreits mit den USA. Auf der anderen Seite wurde die Konjunkturdynamik in den USA, aber auch in China mehrheitlich unterschätzt. Für Zschaber war dies auch der Hintergrund für die schnelle Stabilisierung der Finanzmärkte. Viele waren schlichtweg zu negativ in ihren Erwartungen und wurden positiv überrascht, was wiederum zu ansteigenden bzw. stabilisierenden Kapitalströmen u.a. bei Aktienengagements und anderen risikoorientierten Anlagen geführt hatte.

Fazit & Ausblick für Anleger:

Die Weltkonjunktur zeigt sich weiterhin von ihrer robusten Seite, wenn sich auch hier und da die Anzeichen einer leichten Ermüdung andeuten. Daraus ergibt sich folgende Konsequenz: Das Basisszenario, welches einen robusten fundamentalen Wachstumstrend der Weltwirtschaft annimmt, gleichzeitig eine eher niedrige Inflation integriert, welches wiederum kein restriktives oder radikales geldpolitisches Handeln der Notenbanken notwendig erscheinen lässt, kann fortgeschrieben werden. Dieses ist gut für Sachwerte, also substanzstarke Aktien. Skaleneffekte sollten für viele Unternehmen in den Industriestaaten sowie in den Emerging Markets mit guter Marktpositionierung weiterhin möglich sein. Gleichermaßen sollten vermehrt fiskalpolitische Impulse in den USA aber auch zunehmend in Asien und Europa den mittelfristigen Trend stärken. Zwar sollte der Wachstumspeak des aktuellen Aufschwungs hinter uns liegen, was aber nicht bedeutet, dass ein stark abschwächendes Wachstumsszenario bevorsteht.

Mit Blick auf die politischen Risiken und die strukturelle Wettbewerbsfalle, in der sich die Eurozone befindet, sind höhere Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten, trotz der Bereitschaft der EZB alles für die systemische Stabilität umzusetzen, anzunehmen; Gerade in einem Zeitfenster in dem eine neue Regierung, wie aktuell in Italien, durch extreme Ansichten Veränderungen versucht vorzunehmen. Auch der Handelskonflikt rund um die USA und den Rest der Welt sorgt für Unsicherheiten und unkalkulierbare Risiken. "Ein solches Gemisch an politischen Risiken sorgt häufig für Zurückhaltung bei den nachhaltigen Investoren, so dass Spekulanten mit kurzfristigen Interessen die Finanzmärkte bewegen können. In der Regel verursacht dies höhere Marktschwankungen, sprich eine ansteigende Volatilität. Aus diesem Grund integrieren wir ein erstes Instrument in unser Musterportfolio zum Welt – Index um an erhöhter Volatilität zu partizipieren, was wir wiederum als kurzfristige Absicherung für unsere anderen Engagements deklarieren", führt Zschaber aus.

Auf regionaler Ebene bleibt neben Deutschland, der EU, den USA auch Japan als aussichtsreichen Investitionsraum für ausgewählte substanzstarke Aktien bestehen. Auf den Bondseiten bleibt es nach wie vor schwierig nachhaltige Positionen aufzubauen, eine große Flexibilität ist weiterhin Trumpf. Hypothekenbesicherte Wertpapiere vor allem in den USA wurden nochmals erhöht.

Anlagen in Schwellenländern bleiben für den Investmentfokus weiterhin attraktiv, zumal viele Volkswirtschaften sich in einer früheren bis mittleren Phase des Zyklus befinden und das Wachstum stärker von der Binnenkonjunktur angetrieben wird, da die Verbraucher von der strukturell niedrigeren Inflation profitieren. Allerdings achtet man stets bei der Auswahl darauf, keine Volkswirtschaften zu nutzen, deren Verschuldung übermäßig in US-Dollar refinanziert ist. Fakt ist, hier ist die Liquidität gerade in diesem volatileren globalen Umfeld nach wie vor von entscheidender Bedeutung, so dass sehr genau durchanalysiert werden muss, welche Investments wirklich sinnvoll erscheinen.

Strategie & Veränderungen im Musterportfolio:

  • Gewichtung von insgesamt 26% in mittelständischen deutschen und europäischen Unternehmen (Hidden Champions – Fokus)
  • Defensiveren Geschäftsmodelle bleiben das bevorzugte Engagement auf der Aktienseite
  • Deutsche Large – Caps werden weiter reduziert
  • Ausnahme bilden europäische Zykliker (Chemie und Automobil)
  • Ebenfalls im Fokus stehen weiterhin qualitative Industrie- und Konsumwerten aus Europa, explizit aus Deutschland und aus Japan.
  • Aktienpositionen aus den USA bleiben untergewichtet, favorisiert werden aber binnenmarktorientierte Geschäftsmodelle
  • Die Beimischungen von beispielsweise asiatischen Aktien bleiben im Fokus
  • Die aktuelle Aktienquote innerhalb des Musterportfolios liegt bei 69,5%.
  • Die Cash – Quote liegt bei 6,5% um bei weiteren Schwankungen Zukäufe bei Qualitätsaktien umzusetzen
  • Rentenmarkt wird weitestgehend bis auf einzelne Bausteine untergewichtet
    • Hochzinsanleihen bleiben weiterhin außen vor
    • Wandelanleihen untergewichtet positioniert
    • Unternehmensanleihen untergewichtet positioniert
    • Aufbau von hypothekenbesicherten Wertpapieren wird fortgesetzt
  • Die eher niedrige Edelmetallquote wird beibehalten
  • Kryptowährungen kommen weiterhin als Anlagevehikel nicht in Betracht.

Titelveränderungen im Musterportfolio:

Zukäufe-/Nachkäufe aus den letzten 4 Wochen: Shiseido, Tokai Carbon, Nippon Sheet Glass, ETF Russel 2000, ETF Russel 3000

Haltepositionen unter Anderem (Top-Holdings sind aufgeführt): ETF Japan (Nikkei), Chubu Electric Power, JGC, Kobe Steel Symrise, Rheinmetall, Deutsche Wohnen, Kion Group, TAG Immobilien, Talanx, Beiersdorf, Jungheinrich, Bechtle, RATIONAL, SAP, Bayer, BASF, ETF MDAX, Foot Locker, Deutsche Post, LVMH, Continental, Telefonica, L‘Oreal, MC Donalds, Microsoft, Amazon, Vonovia, MTU Aero Engines, Fresenius, Apple, Wacker Chemie, Ubisoft, Rank Group, Visa, Allianz, Fuchs Petrolub, ETF Schweden, ETF MSCI Emerging Asia,

Verkäufe-/Reduzierungen aus den letzten 4 Wochen: ETF DAX, Heidelberg Cement, Deutsche Telekom, AT&T, Kraft Heinz, Time Warner, Unilever, Anheuser Busch, ETF EuroStoxx, ETF MSCI Europe Mid Cap;

Musterportfolio:

 

Asset-Allokation:

Erhöht / Neu aufgenommen werden: Aktien Japan von 11% auf 12%; Hypothekenbesicherte Wertpapiere von 4% auf 5%; VSTOXX Future (Absicherung) von 0% auf 5%;

Beibehalten werden: Aktien (Large Caps) USA von 6,5%; Aktien (Large Caps) Schweiz von 1%; Aktien (Nebenwerte) Deutschland von 15%; Staatsanleihen Emerging Markets von 1,5%; Wandelanleihen von 5%; Unternehmensanleihen von 2,5%; Edelmetalle von 5%;

Reduziert werden: Aktien (Large Caps) Deutschland von 13% auf 11%; Aktien (Large Caps) Europa von 12% auf 10,5%; Aktien (Nebenwerte) Europa von 12,5% auf 11%; Aktien Emerging Markets von 4% auf 2,5%; Cash von 7% auf 6,5%.

Das Musterdepot zum "Welt-Index" beinhaltet diverse Anlageklassen wie beispielsweise Aktien,  Unternehmens-, Wandel- und Staatsanleihen sowie Rohstoffe als auch Edelmetalle. Das Portfolio wird aktiv seit fünf Jahren gemanagt und auch abgesichert je nach Börsenphase, so dass je nach Kapitalmarktsituation auch flexibel die Bargeldquote erhöht oder minimiert wird. Zur Absicherung und Gewinnmitnahmen werden auch ETF´s auf Indices und Märkte verwendet. Mit dieser Art der direkten Abbildung des "Weltwirtschaftszyklus" ist es dem Musterdepot gelungen, eine konstante und höhere Wertentwicklung als der MSCI World  zu erwirtschaften. Nähere Informationen hierzu unter www.zschaber.de

Zur Methode: Die Grundlage des "Welt-Index" ist die Analyse von Wirtschaftsindikatoren aus der ganzen Welt, die eine hohe wirtschaftliche Relevanz und eine hohe Reaktion an den Finanzmärkten mit sich bringen. Diese werden weltweit von Statistikämtern und Forschungsinstituten sowie weiteren hochrangigen wissenschaftlichen Quellen veröffentlicht. In der Endform konzentriert sich der "Welt-Index", der aus zwei Komponenten besteht, dem "Index der Konjunkturdaten" und dem "Index der Markterwartungen", auf die monatlich 50 wichtigsten Konjunkturdaten, zugrunde liegen mehr als 1000 internationale Indikatoren, die monatlich ermittelt und bewertet werden. Die Verknüpfung der Datenreihen in einer nach Dominanzfaktoren gegliederten Gewichtung gibt Aufschluss darüber, in welchem Zyklus und Stadium sich die Weltwirtschaft befindet. Aufgrund der Kombination von frühzyklischen, gleichzyklischen und nachzyklischen Indikatoren sowie der Integration einer Erwartungskomponente ermöglicht der "Welt-Index" eine sehr genaue Messung des aktuellen Status. Um dieses zu vereinfachen, werden dann zwei Trenddaten erstellt, die Aufschluss darüber geben, wie viele der ermittelten Daten in den vergangenen vier Wochen gefallen oder gestiegen sind. Nähere Informationen hierzu unter: www.weltindex.de

Das Musterportfolio zum "Welt-Index" ist nur als begleitende Information zu verstehen und dient nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH erstellt den Index monatlich exklusiv für die "Welt am Sonntag" und den Nachrichtensender "n-tv".

Quelle: n-tv.de