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KI ist das nächste große Ding Tech-Werte sind langfristig weiter attraktiv

Vor zwei Jahren gewann AlphaGo von Google gegen den südkoreanischen Go-Meister Lee Sedol.

Vor zwei Jahren gewann AlphaGo von Google gegen den südkoreanischen Go-Meister Lee Sedol.

(Foto: picture alliance / dpa)

Künstliche Intelligenz ist weltweit auf dem Vormarsch. Wie sich damit Geld verdienen lässt, zeigen die US-amerikanischen und chinesischen Technologie-Konzerne. Die Entwicklung steht erst am Anfang.

Mit Siri, Alexa & Co. hat Künstliche Intelligenz (KI) bereits Einzug ins Wohnzimmer erhalten. Die digitalen Sprachassistenten von Apple und Amazon sind jedoch nur die Spitze des Eisberges. Mit dem weltweit rasant steigenden Datenvolumen nimmt auch der Bedarf an intelligenter Software zu, die nicht einfach vorprogrammiert ist, sondern auf die Umwelt reagiert und selbstständig lernt.

Diese maschinelle Evolution unterscheidet KI von Systemen der Industrie 4.0, bei denen Maschinen zum Beispiel selbstständig anzeigen, wann sie gewartet oder erneuert werden müssen. KI geht darüber hinaus. Hier versuchen Algorithmen menschliche Entscheidungsstrukturen nachzubilden. Das erste richtig bekannte Beispiel von KI war der IBM-Computer Deep Blue. Dem Schachcomputer gelang es vor gut 20 Jahren, den damaligen Weltmeister Gari Kasparow zu schlagen. Vor zwei Jahren gewann AlphaGo von Google gegen den südkoreanischen Go-Meister Lee Sedol. Das Brettspiel Go gilt als noch deutlich komplexer als Schach.

Ein anschauliches Beispiel für KI ist das autonome Fahren. Die entsprechenden Radar-, Lidar- und Kamera-Systeme müssen nicht nur Daten in Echtzeit verarbeiten. Sie müssen auch die gesammelten Daten speichern und aus ihnen lernen. Dabei geht es um die Verkehrswege, das Fahraufkommen oder Witterungsverhältnisse. So haben die Roboter-Autos der Alphabet-Tochter Waymo schon mehr als sieben Millionen Meilen, also umgerechnet gut elf Millionen Kilometer, autonom zurückgelegt und dabei ihr Testgebiet kennengelernt. Dazu kommt noch ein Vielfaches an simulierten Test-Meilen.

USA und China führend

Während Deutschland bei intelligenten Fabriken in der ersten Liga mitspielt, ist die deutsche Wirtschaft bei KI leider nur Kreisklasse. Hier spielt die Musik vor allem in den Vereinigten Staaten und in China. Die dort ansässigen Technologie-Konzerne stecken jedes Jahr Milliarden Dollar in die Entwicklung selbst lernender Algorithmen. Europa und auch Deutschland müssen aufpassen, hier den Anschluss nicht zu verpassen. Eine Voraussetzung ist, dass die entsprechende Infrastruktur wie Glasfasernetze aufgebaut wird. Dabei sind nicht nur multinationale Konzerne wie die Deutsche Telekom gefragt.

Dass sich solche Ausgaben rechnen, spiegelt sich in den Aktienkursen der entsprechenden Unternehmen wider. Die Anteilscheine von Apple, Amazon, Alibaba und Tencent sind allen in den zurückliegenden drei Jahren um 40 (Apple) bis 270 (Amazon) Prozent gestiegen. Auf Sicht von fünf Jahren legten die Aktien sogar um 244 (Apple) bis 596 (Tencent) Prozent zu.

Kein Ende der Tech-Welle

Die Entwicklung von KI steht erst am Anfang. Das zeigt folgende Schätzung: Experten rechnen damit, dass sich die weltweite Datenmenge allein in den kommenden fünf Jahren um 800 Prozent erhöhen wird. Ohne selbst lernende Algorithmen wird sich diese Datenflut kaum bewältigen lassen. Vorne weg ist die Finanzbranche. Hier wird schon heute die Mehrheit der Finanztransaktionen von automatisierten Computerprogrammen ausgeführt.

Der nächste große Bereich, in den KI vordringt, ist wahrscheinlich der Verkehr. Schon jetzt können Fahrzeuge vollständig autonom fahren. Zwar kommt es hier immer wieder zu Unfällen. Doch nüchtern betrachtet ist das Sicherheitsniveau bei Robo-Autos schon jetzt höher als bei von Menschen gesteuerten Fahrzeugen. Spätestens wenn die Lidar-Systeme (also Laser-Systeme, die ähnlich wie Radar funktionieren) preiswerter werden, ist beim autonomen Fahren der Durchbruch zu erwarten.

Weitere Bereiche, die KI voraussichtlich schon bald durchdringen wird, sind die Medizin, die Verwaltung und die Kommunikation. Dabei wird sich wahrscheinlich eine Entwicklung wie beim Internet wiederholen. Es wird Firmen geben, die durch die neuen Technologien verdrängt werden. Und es werden innovative Newcomer zu weltweit präsenten Konzernen aufsteigen, wie die amerikanischen und chinesischen Technologie-Führer. Aufgrund ihrer enormen Finanzkraft werden diese mit hoher Sicherheit auch in den kommenden Jahren die technologische Entwicklung dominieren.

Carsten Riehemann ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. und seit Mitte der 90er-Jahre als Vermögensverwalter und Vermögensberater für Unternehmer, Privatkunden und Stiftungen tätig.

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Quelle: n-tv.de

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